Plasmapherese


Bei der Plasmapherese wird von dem Spender ausschliesslich der flüssige Bestandteil des Blutes (Plasma) entnommen, die übrigen Blutbestandteile werden dem Spender zurückgeführt. Dieses geschieht durch den Einsatz eines Apheresegerätes (Zellseparator), der das Plasma durch Zentrifugation von den Blutzellen trennt.

Ablauf der Plasmapherese

Wie bei einer normalen Blutspende wird Ihnen in die Ellenbeuge eine Nadel mit einem angefügten Entnahmeset gelegt. Bei der Plasmapherese wird in Portionen ein kleiner Teil des gesamten Blutvolumens in dieses sterile, geschlossene Schlauchsystem entnommen und mit einer Substanz (Zitrat = Salz der Zitronensäure), welches das Blut kurzfristig ungerinnbar macht gemischt. Das Blut gelangt in das Apheresegerät und wird durch Zentrifugation sofort in Blutplasma und Blutzellen aufgetrennt. Das Plasma wird gesammelt, die restlichen Blutzellen werden dem Körper sofort wieder zurückgeführt. Hierbei gelangt ein Teil der Zitratlösung in den Blutkreislauf des Spenders. Zitrat entsteht im Körper aber auch auf natürlichem Wege an vielen Stellen, z.B. im Rahmen des Abbaus von Fetten, Zuckern und Eiweissen. Es wird innerhalb von Minuten von der Leber abgebaut.
Die Spendendauer einer Plasmaspende beträgt etwa 50-60 Minuten, wobei ein Volumen von ca. 670ml entnommen wird.


Voraussetzungen für die Plasmaspende

- Geeignete Armvenen (wird von unserem Entnahmeteam individuell beurteilt)
- Mindestens zwei erfolgreiche Vollblutspenden

- Männlich
- Passende Blutgruppe (AB/B)
- Bereitschaft für regelmässige Spenden von 50-60 Minuten Dauer

Besonders zu beachtende Punkte

Spendetermin: Da der Spendevorgang sowohl für den Spender als auch für das Blutspendezentrum mit grösserem Aufwand verbunden ist, wird mit Ihnen individuell telefonisch ein Termin durch das Spendebüro (058 272 52 52) vereinbart. Bei Terminmutationen möchten wir Sie bitten, sich direkt mit dem Spenderbüro in Verbindung zu setzen.
Spendehäufigkeit: Der Plasmaverlust wird vom Körper sehr rasch (innert Stunden) wieder ausgeglichen. Es ist möglich, dass Sie in Intervallen von 3 Wochen zur Spende kommen können.
Ernährung: 2 Tage vor der Apheresespende sollten keine (oder wenig) fetthaltige Speisen (Saucen, Frittiertes) eingenommen werden. Das Fett wird im Körper nur langsam abgebaut. Im Plasma wird es durch eine „Trübung“ sichtbar (Lipämie), welche die Weiterverarbeitung des Blutproduktes verunmöglicht. In solchen Fällen muss die Entnahme abgebrochen und das Produkt vernichtet werden. Eine ausreichende Trinkmenge vor dem Spenden erleichtert den Ablauf der Apherese. Es kann im einzelnen Durchgang mehr Plasma entnommen werden, wodurch sich die Entnahmezeit verkürzt. Ausserdem führt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu einer besseren Verträglichkeit für Sie als Spender.
Medikamente: Eingenommene Medikamente sind zum grossen Teil anschliessend im Blutplasma nachweisbar und können somit bei dem Empfänger unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Daher bitten wir Sie immer alle eingenommenen Medikamente vor der Spende anzugeben oder bei Unklarheiten vorher telefonisch nachzufragen.

Häufig gestellte Fragen


Hat die Plasmapherese Nebenwirkungen? Während der Spende kann es durch die Zitrat-Lösung (siehe „Ablauf der Plasmapherese“) vorübergehend zu Kribbeln um den Mund und im Finger- und Zehenbereich kommen. Dieses ist harmlos und verschwindet meist rasch durch Flüssigkeitszufuhr oder durch Einnahme eines calziumhaltigen Getränkes/einer Calziumtablette.
Selten kommt es zu vorübergehenden kreislaufbedingten Beschwerden während oder nach der Spende.
Auch nach jahrelangen regelmässigen Plasmaspenden sind bei sorgfältiger Auswahl der Spender keine Nachteile für den Spender zu erwarten.
Besteht die Möglichkeit von Ansteckung während der Apherese? Für Sie als Spender besteht durch die Spende von Blutprodukten (unerheblich welcher Art) grundsätzlich keine Gefahr für Ansteckung, da steriles Einwegmaterial für die Entnahme verwendet wird. Es ist jedoch sehr gut möglich, dass Erreger aus Ihrem Blut auf einen Patienten übertragen werden. Ihr Blut wird zwar nach jeder Spende auf eine Reihe von Erkrankungen hin untersucht (HIV, Hepatitis-B, Hepatitis-C, Syphilis), es ist jedoch unmöglich, alle infektiösen Erreger auszuschliessen. Daher ist es so wichtig, dass Sie vor jeder Spende erneut unseren Spenderfragebogen ausfüllen und uns auch Bescheid geben, falls Sie in den 7 Tagen nach der Spende erkranken.
Wie häufig darf ich zur Plasmaspende kommen? Sie dürfen in Intervallen von 3 Wochen zu einer Plasmaspende kommen. Es ist natürlich möglich, dass Sie sich auch für längere Spendeintervalle entscheiden, oder Spendepausen aus betrieblichen Gründen entstehen.
Wofür werden Plasmaprodukte benötigt? Blutplasma beinhaltet sogenannte Gerinnungsfaktoren, die zusätzlich zu den Blutplättchen für die Blutgerinnung notwendig sind. Plasmatransfusionen werden zumeist bei schweren Blutverlusten im Rahmen von Organtransplantationen und grossen Operationen oder bei Verbrennungsverletzungen benötigt.