Stammzellspende

 

 

Aktuelle Neuigkeiten zur Blutstammzellspende

 

Aufgrund eines von der Schweizer Stiftung Blutstammzellen eingeführten Laborverfahrens reicht jetzt ein Abstrich von Zellen der Wangenschleimhaut für eine vollständige Gewebe-Typisierung. Sie müssen kein Blutspender sein um sich registrieren zu lassen, allerdings sollten Sie die gleichen gesundheitlichen Kriterien erfüllen und Sie dürfen nicht älter als 55 Jahre sein. Bei Interesse erscheinen Sie bitte spätestens eine Stunde vor Schliessung des jeweiligen Blutspendezentrums (Zentren mit Öffnungszeiten siehe hier). Eine Typisierung von grösseren Personengruppen kann nur nach telefonischer Terminabsprache durchgeführt werden (Ansprechpartnerin: Fr. Dr. J. Ries, Tel. Nr. 058 272 51 93).

 

Hintergrund

 

Wenn ein Mensch an Blutkrebs (Leukämie) erkrankt, dann ist seine Produktion gesunder Blutzellen schwer gestört und seine einzige Chance auf Genesung liegt meistens in der Transplantation von fremden, gesunden Blutstammzellen aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut.

 

Die Wahrscheinlichkeit in der Bevölkerung einen passenden nicht verwandten Spender für einen Patienten zu finden liegt abhängig von der Art seiner Gewebemerkmale bei 1: 20.000 bis 1 : 50.000.000. Diese Zahlen demonstrieren eindrücklich wie wichtig es ist möglichst viele potentielle Spender zu gewinnen.

 

In der Schweiz sind über 80.000 Menschen als Spender bei der „Stiftung Blut-Stammzellen“ (Swiss Blood Stem Cells) registriert. Nur aufgrund der Tatsache, dass ein weltweites Netz  (http://www.bmdw.org) zwischen den nationalen Spenderregistern besteht, konnte bislang so vielen Menschen, auch in der Schweiz, geholfen werden. Werden Sie ein Teil dieses Netzwerkes und lassen Sie sich bei uns als Blutstammzellspender registrieren.

 

Der Blutspendedienst Zürich arbeitet als grösster regionaler Blutspendedienst der Schweiz eng mit der Stiftung Blut-Stammzellen zusammen. Dank Ihrer Hilfe kommt bereits heute ein bedeutender Teil aller registrierten Spender aus der Region Zürich. Aber die Agglomeration Zürich mit mehr als 1 Mio Einwohner bietet ein viel grösseres Potential!

 

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und laden Sie das Informationsblatt zur Stammzellspende und die Einverständniserklärung zur Aufnahme im Blutstammzellregister, herunter (englische und französische Versionen: siehe unten). Zur Registrierung als Stammzellspender können Sie während den regulären Öffnungszeiten in einem unserer Blutspendezentren vorbeikommen (Formulare sind auch dort vorhanden). Bitte beachten Sie: derzeit dürfen StammzellspenderInnen bei Registrierung nicht älter als 55 Jahre alt sein, ansonsten gelten dieselben Zulassungskriterien wie für Blutspenderinnen und Blutspender.

 
Ablauf einer Spende
 

Falls Sie als Spender für einen Patienten in Frage kommen, werden wir uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen und Sie zu einer 2. Blutentnahme einladen. Wenn Sie im Anschluss als Spender ausgewählt werden, wird dann ca. 4-8 Wochen nach dieser Untersuchung die Stammzellspende stattfinden. Heutzutage gibt es zwei Möglichkeiten die Blutstammzellen zu gewinnen:

 

1. Die Entnahme von Stammzellen aus dem (peripheren) Blut

 

Dieses Verfahren findet heute in der grossen Mehrzahl der Fälle seine Anwendung. Damit die Stammzellen aus dem Blut eines Gesunden gesammelt werden können, muss zunächst die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu ist eine viertägige Vorbehandlung des Spenders mit dem Botenstoff G-CSF erforderlich. Das Medikament wird zweimal täglich unter die Haut gespritzt. Dieser Wachstumsfaktor entsteht auch auf natürliche Weise im menschlichen Organismus, z.B. bei Infektionen. Er bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark in das periphere Blut übertreten.

Die Stammzellen werden dann mittels einer Maschine (Zellseparator) in einem 3-6 stündigen Verfahren (Stammzellapherese) aus dem Blut des Spenders gesammelt. Hierzu läuft das Blut über die Armvenen in einem ständigen Kreislauf in eine Zentrifuge und wird dort in seine einzelnen Bestandtteile aufgetrennt.

 

2. Die Entnahme von Stammzellen aus dem Knochenmark

 

In seltenen Fällen werden die Stammzellen auch heute noch mit einer Punktion aus dem Beckenkamm entnommen. Da diese Prozedur nur in Vollnarkose möglich ist, arbeiten wir hier eng mit dem Universitätsspital Zürich zusammen, das dieses Verfahren für uns durchführt. Innerhalb von etwa 1 Stunde werden dabei 500 – 1000 ml Blut aus dem Beckenkamm entnommen. Wichtig ist an dieser Stelle den Begriff Knochenmark nicht mit Rückenmark zu verwechseln. Knochenmark ist blutbildendes Gewebe, das in bestimmten Knochen vorkommt, Rückenmark liegt dagegen im Wirbelkanal und ist ein Teil des Nervensystems, der nicht transplantiert werden kann.

  

Risiken einer Spende

   

Bei der Spende von Stammzellen aus peripherem Blut wird der Spender mit einem Medikament vorbehandelt, welches die Blutstammzellbildung im Knochenmark und deren Auswanderung ins den Blutkreislauf kurzfristig anregt. Dieses Medikament wird seit vielen Jahren sowohl bei Patienten als auch bei gesunden Stammzellspendern verwendet, sodass extensive Erfahrungen vorliegen. Diese Erfahrungen zeigen, dass G-CSF bezüglich Nebenwirkungen als sicher anzusehen ist. Häufig können Symptome wie Knochen-, Muskel- oder Kopfschmerzen auftreten, die vielleicht als unangenehm empfunden werden, aber harmlos sind. Diese Symptome können bei Bedarf mit handelsüblichen Schmerzmitteln behandelt werden und klingen nach Ende der Behandlung wieder ab. Langzeiteffekte sind seit Beginn des Einsatzes im Jahre 1989 nicht bekannt geworden. In extrem seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen (wie z.B. allergische Reaktionen) aber nicht ausgeschlossen sein. Darüberhinaus ist bei der Entnahmetechnik, der sogenannten Apherese, das (sehr seltene) Auftreten von Nebenwirkungen auch nicht ganz auszuschliessen. Im Zürcher Blutspendedienst werden ca. 5000 Apheresen im Jahr durchgeführt, sodass hier eine ausgewiesene Erfahrung mit dieser Spendetechnik vorliegt. Insgesamt werden Sie über das Risikoprofil einer Stammzellapherese in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch mit unseren Ärzten informiert.

 

Bei der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm wird ein operativer Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt. Jede Knochenmarkentnahme und jede Vollnarkose beinhalten ein gewisses Risiko. Bei gesunden Spendern ist die Gefahr ernster Komplikationen jedoch sehr gering. An der Entnahmestelle können sich Blutergüsse bilden und noch einige Tage Schmerzen auftreten. Das Knochenmark selbst regeneriert sich in kurzer Zeit, so dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

 

Wichtig: Die Entscheidung zur Spende ist freiwillig und kann bis zum Beginn der Vorbehandlung des Patienten ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Falls Sie tatsächlich einmal für eine Spende in Frage kommen, werden wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch führen. Dabei wird Ihnen die Gelegenheit gegeben, eine endgültige Entscheidung zu treffen.

 

  

Geben Sie sich einen Ruck! Ein kleiner Schritt für Sie (ins Spendezentrum des ZHBSD) kann einen grossen Schritt für einen todkranken Menschen irgendwo auf der Welt bedeuten. Helfen Sie mit, das Netz aus registrierten Spendern auch in der Schweiz ein bisschen engmaschiger zu machen!

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Ihr Blutspende Zürich Team.

 

Nützliche Formulare

Informationsblatt zur Stammzellspende

Interested in Stem Cell Donation?

Intéressé à être donneur de cellules souches ou moelle osseuse?

Einverständniserklärung zur Aufnahme im Blutstammzellregister

Informed Consent for admission to the Swiss Blood Stem Cell Foundation Register

Déclaration de consentement pour l'inscription au registre de la fondation suisse pour les cellules souches

 

Für weitere Informationen besuchen Sie auch:

 

www.blutstammzellen.ch

www.worldmarrow.org

www.bmdw.org

www.ebi.ac.uk