27.07.2026 | News
Eine Spende. Doppelte Hilfe: Neu wird bei der Thrombozytenspende zusätzlich Plasma gewonnen.
Ab August 2026 gewinnt die Blutspende Zürich bei jeder Thrombozytenspende zusätzlich rund 400 ml Plasma. Damit kann eine einzige Spende künftig gleich doppelt helfen. Erfahren Sie, warum Plasma für die medizinische Versorgung so wichtig ist.

Plasma ist ein unverzichtbarer Ausgangsstoff für die Herstellung lebenswichtiger Medikamente.
Was ist Plasma?
Blutplasma ist der flüssige Bestandteil unseres Blutes und macht mehr als die Hälfte des gesamten Blutvolumens aus. Es besteht grösstenteils aus Wasser und enthält lebenswichtige Eiweisse, Antikörper, Gerinnungsfaktoren, Nährstoffe und Hormone. Diese Bestandteile erfüllen wichtige Aufgaben im Körper und bilden gleichzeitig die Grundlage für zahlreiche medizinische Anwendungen.
Zwei Wege, wie Plasma Patientinnen und Patienten hilft
Plasma wird entweder direkt in der Transfusionsmedizin eingesetzt oder dient als Grundlage für die Herstellung lebenswichtiger Medikamente.
- Plasma für die Transfusionsmedizin
Das Plasma, welches bei der Vollblutspende bzw. bei der Plasmapherese gewonnen wird, kommt direkt in der Transfusionsmedizin zum Einsatz, beispielsweise bei schweren Blutungen, Verbrennungen oder komplexen medizinischen Behandlungen. Bei der Blutspende Zürich können ausschliesslich Männer Plasma für diesen Zweck spenden.
- Plasma für die Herstellung lebenswichtiger Medikamente
Bei der Thrombozytenspende werden ab August 2026 zusätzlich rund 400 ml Plasma gewonnen. Während die Blutplättchen direkt für Patientinnen und Patienten in den Spitälern benötigt werden, dient das Plasma als Rohstoff für lebenswichtige Medikamente. Dazu gehören beispielsweise Immunglobuline, die Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten helfen, Infektionen abzuwehren. Weitere Plasmamedikamente kommen bei Gerinnungsstörungen und seltenen Erkrankungen zum Einsatz. Da viele der benötigten Bestandteile nicht künstlich hergestellt werden können, bleibt menschliches Plasma unverzichtbar.
Plasmabasierte Medikamente werden unter anderem eingesetzt bei:
- angeborenen und erworbenen Immundefekten
- Gerinnungsstörungen wie Hämophilie
- schweren Verbrennungen
- seltenen Blut- und Autoimmunerkrankungen
- dem Schutz ungeborener Kinder bei Rhesus-Unverträglichkeit
Eine Spende mit doppelter Wirkung
Mit der Neuerung hilft jede Thrombozytenspende künftig gleich doppelt. Die Thrombozyten werden wie bisher für Patientinnen und Patienten benötigt, gleichzeitig trägt das zusätzlich gewonnene Plasma zur Herstellung lebenswichtiger Medikamente bei.
Weiterführende Information
Wenn Sie mehr über Plasma, seine medizinische Bedeutung und die Herstellung lebenswichtiger Medikamente erfahren möchten, finden Sie hier weiterführende Informationen und wissenschaftliche Quellen:
Paul-Ehrlich-Institut: Aus einer Blutspende entstehen viele wichtige Arzneimittel (DE)
Der Beitrag erklärt, welche lebenswichtigen Medikamente aus Blutplasma hergestellt werden und bei
welchen Erkrankungen sie zum Einsatz kommen.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Was passiert mit meinem Plasma nach der Spende? (DE)
Der Beitrag erläutert die Weiterverarbeitung von Plasma und beschreibt unter anderem die Bedeutung von
Immunglobulinen, Gerinnungsfaktoren und Albumin.
Vox Sanguinis: Warum steigt der Bedarf an Plasma? (EN)
Der Fachartikel beschreibt die Ursachen für die weltweit steigende Nachfrage nach plasmabasierten
Medikamenten, insbesondere Immunglobulinen, sowie die Herausforderungen bei der Versorgung.
WHO: Blutsicherheit und -verfügbarkeit (EN)
Die WHO beschreibt die Bedeutung von Blut- und Plasmaprogrammen und erklärt, weshalb
lasmabasierte Medikamente wie Immunglobuline und Gerinnungsfaktoren für viele Patientinnen
und Patienten unverzichtbar sind.
Kontakt
Haben Sie weitere Fragen zum Thema Plasma? Unser Spenderbüro steht Ihnen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung:
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